Ein Skelett auf der Leinwand. Ausgerechnet! Und auf der Bühne davor ein Quartett, dessen Name kaum furchteinflößender sein könnte – bezieht er sich doch auf die Schattenseite der jüngeren Zeitgeschichte: Cold War Kids nennt sich die Band um Sänger Nathan Willett, die am Montag in der Wiener Arena gastierte.
Dass einem dabei und auch trotz der mit reichlich Unbilden hadernden Songtexte weder angst noch bange wurde, lag vor allem an einem: die Lieder dieses Trupps beziehen sich nicht selten auf den Seelentröster Soul und, stärker noch, den guten alten Blues. Der gebiert bekanntlich Hoffnung. Wehklagen bedeutet Befreiung. Als diesbezügliche Motivationshilfe heute wieder hoch im Kurs: Die Krise als Chance!
Nicht, dass wir es da mit reinem Soul oder Blues zu tun hätten, aber: Die Cold War Kids überführen ihr Wissen darum auf Arbeiten wie "Robbers & Cowards" und dem aktuellen "Loyalty To Loyalty" wie auch live zwar relativ unspektakulär, aber grundsolide in zeitlosen Rock’n’Roll.
Der fällt bei folklastigem Material wie "Every Valley Is Not A Lake" oder dem perkussiven "Welcome To The Occupation" gerne sperrig aus, lässt aber immer wieder auch Momente der Schönheit zu; kleine Hits wie "Hang Me Up To Dry" oder "Hospital Beds" kommen aus dieser Ecke. Näher an den White Stripes oder Led Zeppelin gestaltet sich das vorwärts rumpelnde "Mexican Dogs", zum zwischen gepflegtem Bar-Soul und besserem James-Bond-Titelsong changierenden "Every Man I Fall For" öffnet Willett sein gebrochenes Herz. Erfreulich unprätentiös!
(Wiener Zeitung, 19.11.2008)
Dass einem dabei und auch trotz der mit reichlich Unbilden hadernden Songtexte weder angst noch bange wurde, lag vor allem an einem: die Lieder dieses Trupps beziehen sich nicht selten auf den Seelentröster Soul und, stärker noch, den guten alten Blues. Der gebiert bekanntlich Hoffnung. Wehklagen bedeutet Befreiung. Als diesbezügliche Motivationshilfe heute wieder hoch im Kurs: Die Krise als Chance!
Nicht, dass wir es da mit reinem Soul oder Blues zu tun hätten, aber: Die Cold War Kids überführen ihr Wissen darum auf Arbeiten wie "Robbers & Cowards" und dem aktuellen "Loyalty To Loyalty" wie auch live zwar relativ unspektakulär, aber grundsolide in zeitlosen Rock’n’Roll.
Der fällt bei folklastigem Material wie "Every Valley Is Not A Lake" oder dem perkussiven "Welcome To The Occupation" gerne sperrig aus, lässt aber immer wieder auch Momente der Schönheit zu; kleine Hits wie "Hang Me Up To Dry" oder "Hospital Beds" kommen aus dieser Ecke. Näher an den White Stripes oder Led Zeppelin gestaltet sich das vorwärts rumpelnde "Mexican Dogs", zum zwischen gepflegtem Bar-Soul und besserem James-Bond-Titelsong changierenden "Every Man I Fall For" öffnet Willett sein gebrochenes Herz. Erfreulich unprätentiös!
(Wiener Zeitung, 19.11.2008)

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