Es war das Jahr von Harry Styles, Taylor Swift und Rosalía, in dem über „kulturelle Aneignung“ durch Dreadlocks und Konzertabsagen aufgrund von dadurch verursachtem „Unwohlsein“ zu diskutieren war – während nach einem erwartungsgemäß überbuchten Sommer mit zumindest postpandemischem Anschein im Herbst der Kater folgte. Publikumsschwund bei Klein- und Kleinstevents sowie Tourabsagen aufgrund mangelnder Planungssicherheit bei stark steigenden Fixkosten werden uns wohl auch im Jahr 2023 beschäftigen – wenn wir dann noch dabei sind.
Apropos: Die Musikwelt trauerte um Meat Loaf, Jerry Lee Lewis, Vangelis, Loretta Lynn, Betty Davis, Mark Lanegan, Andy Fletcher, Mimi Parker, Taylor Hawkins, Klaus Schulze, Lamont Dozier, Christine McVie, Angelo Badalamenti oder Willi Resetarits. Neben tollen neuen Alben aus Österreich von Pauls Jets, Voodoo Jürgens oder Sophia Blenda erwies sich der 2022er-Jahrgang international hingegen als durchwachsen. Mit den gelungenen Comebackalben von Soft Cell und Tears For Fears kam auch die Angst vor der atomaren Bedrohung aus den 1980er Jahren wieder zurück. Dazu passend das unbehaglich nahe am Zeitgeschehen stehende Album „Nie wieder Krieg“ von Tocotronic, veröffentlicht noch vor dem Einmarsch Russlands in der Ukraine.
Absurd: 50 Cent in der Stadthalle. Überschätzt (wie immer): Beyoncé. Ogottogott: Muse. Begrüßenswert: Die neue oberösterreichische Landeshymne „VÖEST“ von Austrofred und Kurt Razelli. Toll, aber versäumt: Circuit Des Yeux im Volkstheater. Spitze: Der Dokumentarfilm „Hallelujah: Leonard Cohen, A Journey, A Song“ im Kino, The Cure in Sankt Marx sowie die überzeugenden Einstürzenden Neubauten und ein ambivalenter Beck, beide am Open-Air-Areal der Wiener Arena.
International
1. Pauls
Jets: Jazzfest (A)
2. Black
Country, New Road: Ants From Up There (GB)
3. Lee
Fields: Sentimental Fool (US)
4. Voodoo Jürgens: Wie die Nocht noch jung
wor (A)
5. Sophia Blenda: Die neue Heiterkeit (A)
6. Panda
Bear & Sonic Boom: Reset (US/GB)
7. Dry
Cleaning: Stumpwork (GB)
8. Black
Midi: Hellfire (GB)
9. Spiritualized:
Everything Was Beautiful (GB)
10. Jochen Distelmeyer: Gefühlte Wahrheiten
(D)
National
1. Pauls Jets: Jazzfest
2. Voodoo Jürgens: Wie die Nocht noch jung
wor
3. Sophia Blenda: Die neue Heiterkeit
3. Franz Fuexe: Franz Fuexe

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