Unheilig beschließen den Freitag als Hauptattraktion am
Donauinselfest
Spätestens, seit der
enigmatische Mann hinter Unheilig im Jahr 2010 knapp 1,5 Millionen Einheiten
seines Albums „Große Freiheit“ verkaufen konnte, gilt „der Graf“ zumindest in
Deutschland als weltberühmt. Dass der Bestseller heute, Freitag, den ersten Abend des Wiener Donauinselfests als Hauptattraktion beenden darf, trifft sich also gut: Immerhin
findet auf der Insel nichts weniger statt als die größte Freiluft-Veranstaltung
Europas in dieser Form.
Passt nun die Musik von Unheilig
zum Funfaktor des Volksfestes? Bedingt. Nach Anfängen in Gothic-Nähe hat sich
zwar die Musik in Richtung Konsens zwischen Schlager und U2-Gitarren bewegt.
Inhaltlich ist der Graf aber ein Popstar zur Zeit, dessen Songs nicht von
ungefähr oft auf Begräbnissen laufen: Pathos und Nostalgie bestimmen sein
Reich. Die Botschaft ist eine Durchhalteparole, festgemacht nicht nur am Hit
„Geboren um zu leben“: tapfer bleiben, weitermachen. Irgendwann findest auch du
dein Glück.
Und sei es nur das kleine, in
Form eines Grillhendls und eines Krügels Bier auf der Donauinsel.
(Wiener Zeitung, 22.6.2012)

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