Ein Rückblick auf das vergangene Musikjahr und meine persönlichen Lieblingsalben des Jahres. Das gesamte Best-of 2021 der „Wiener Zeitung“ mit den Rückblicken und Listen des music-Teams kann online hier nachgelesen werden.
Die Umstellung von Antigen- auf PCR-Tests („Alles gurgelt!“, praktischerweise von zu Hause aus) brachte es mit sich, dass ich heuer noch seltener in die Wiener Stadthalle kam als im Jahr 2020, in dem mich dort während des Nasenabstrichs zumindest die Zwangsbeschallung mit Radio Wien noch irgendwie an Prä-Corona-Zeiten erinnerte. Aber was soll man schon von einem Jahr halten, in dem der Babybauch von Helene Fischer und das Comeback von Abba als zentrale Ereignisse im Unterhaltungsbereich galten, wenn man von den Todesfällen (Phil Spector, Charlie Watts, Dusty Hill . . .) einmal absieht?
Danke an dieser Stelle übrigens an die US-Band Low, die quer durch den bisher absolvierten Teil der Corona-Krise zahlreiche Lockdownkonzerte für Interessierte via Webstream gab und trotzdem noch Zeit fand, ein nächstes Album des Jahres einzuspielen. Interessant: Auf die Quantität der Erscheinungen scheint sich die Pandemie bisher nicht dramatisch ausgewirkt zu haben, auf die Qualität hingegen schon eher. Zumindest wird 2021 nicht als Jahrgang der zahllosen die Zeit überdauernden Meisterwerke in Erinnerung bleiben. Persönliche Highlights: Anna B Savage und ihr einnehmendes Debüt „A Common Turn“, die pakistanischstämmige Musikerin Arooj Aftab und ihr an Sufi-Mystik geschulter Trauergesang des Albums „Vulture Prince“ sowie die wunderbare Wiener Band Zinn. Auch gut: ein Wiederhören mit Martina Topley-Bird. Begrüßenswert: Dagobert („Nie wieder arbeiten“). Enttäuschend: Billie Eilish („Happier Than Ever“). Bitte nie wieder Musik aufnehmen: Coldplay, Kanye West.
International
1. Low: Hey What (US)
2. Anna B Savage: A Common Turn (GB)
3. Arooj Aftab: Vulture Prince (PAK/US)
4. Zinn: Zinn (A)
5. Martina Topley-Bird: Forever I Wait (GB)
6. John Grant: Boy From Michigan (US)
7. Lana Del Rey: Chemtrails Over The Country Club (US)
8. International Music: Ententraum (D)
9. Robert Plant & Alison Krauss: Raise The Roof (GB/US)
10. Tindersticks: Distractions (GB)
10. James Blake: Friends That Break Your Heart (GB)
National
1. Zinn: Zinn
2. Attwenger: Drum
3. Kreisky: Atlantis
3. Paul Plut: Ramsau am Dachstein nach der Apokalypse
(Wiener Zeitung, 24./25./26.12.2021)

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