Das britische Quartett The Heavy wurde im Wiener WUK vorstellig: Funky!
Lange dauert es nicht, bis es um das Publikum geschehen ist. Genauer: Bereits bei Song Nummer eins herrscht rhythmisches Kopfnicken im Saal – wenn nicht gar schon das Tanzbein geschwungen wird. Die Band auf der Bühne heißt The Heavy, und sie hat den Groove.
Das Quartett aus der Gegend um Bath im Südwesten Großbritanniens hat mit Alben wie dem 2007 veröffentlichten Debüt "Great Vengeance And Furious Fire" sowie dem nun nachgeschobenen "The House That Dirt Built" auch einen entscheidenden Trumpf in der Tasche. Dem mehr als programmatischen Bandnamen zufolge ist die Musik über weite Strecken nichts weniger als "heavy" im besten Sinn.
Wir hören Rock 'n' Roll samt Jimmy-Page-Gedächtnisgitarren, erweitert um Soul, Blues, Voodoo-Funk und das Wissen der Band um Blaxploitation-Soundtracks. Das zeitigt wilde Biester, die es mitunter auch inhaltlich faustdick hinter den Ohren haben: "I saw her dancin' with the devil. And he was wearin' my suit!"
Dazwischen arbeitet sich die Band aber auch an feinem Neo-Soul ab. Mit diesem wärmt sie das Wiener WUK am Donnerstag gemütlich und, mangels Vorband, pünktlich zum Hauptabendprogramm erst einmal auf. Sänger Kelvin Swaby stellt seine Fähigkeiten als Entertainer bereits hier zur Schau und croont sich begnadet durch "Short Change Hero", eine Nummer, die so oder so ähnlich auch von Gnarls Barkley stammen könnte – ein Umstand, der auch für das zusätzlich an die wunderbaren Love um Arthur Lee erinnernde "Set Me Free" gilt. Zu "Sixteen" torkeln besoffene Tom-Waits-Gitarren über ein gottverlassenes Jahrmarktsgelände, ehe der flotte Vierer mit dem Big-Beat-Sound von "What You Want Me To Do?" beginnt, dem Saal ordentlich einzuheizen. "That Kind Of Man" oder "How Yo Like Me Now?" stammen aus derselben Liga und halten die Suppe schwer am Kochen.
Im Gepäck führt die Band außerdem ihre Mörderballade "Brukpocket's Lament", ehe der klassische Reggae von "Cause For Alarm" als stilistischer Ausrutscher in die herbalen Dunstkreise Jamaikas entführt. Heavy? Und wie!
(Wiener Zeitung, 21./22.11.2009)
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