Donnerstag, Juni 07, 2012

Der lange Weg zum Braualtar

Am Wochenende geht in Nickelsdorf das Nova-Rock-Festival über die Bühne 

Die gute Nachricht für das Nova Rock 2012 lautet zunächst: Noch sind Karten für die bis Sonntag Krawall und Remmidemmi auf die Pannonia Fields II im burgenländischen Nickelsdorf bringende Veranstaltung zu bekommen. Die schlechte Nachricht ist hingegen im Umstand zu finden, dass es dafür auch einen Grund geben könnte. 

Wie ein kurzer Blick auf das Programm dieses größten härtesten Festivals des Landes beweist, wurde das veranstaltungsimmanente Booking-Motto „More of the same“ diesmal doch etwas arg strapaziert. Dass man es ab heute, Freitag, ab 12 Uhr mittags vor allem mit Bands zu tun bekommt, die alle Jahre wieder am Nova Rock oder bei einem anderen Eventreigen aus dem Hause Nova Music / Musicnet gastieren, wenn sie nicht gerade erst anderswo in Österreich vorstellig wurden oder schon demnächst in die Wiener Stadthalle einfallen, hängt auch mit dem in Krisenzeiten nur verständlichen Bedürfnis von harte Rocker imitierenden Unternehmern wie zum Beispiel Metallica zusammen, eine solide Output-Income-Balance für die nächste Saison schon rechtzeitig gesichert zu haben. Wenn sich Lars Ulrich also gerade den Kopf zerbricht, weil ihm ein paar hunderttausend Euro am Konto fehlen, reicht verlässlich ein Anruf bei Ewald Tatar: „Spüt’s auf, Buam!“ 

Mama-Ersatz 

Die Toten Hosen, Linkin Park, Marilyn Manson, Limp Bizkit und The Offspring wurden als Zugpferde zwar ebenso gewonnen wie die Symphonic-Metaller von Nightwish oder Within Temptation. Weil am Nova Rock aber ohnehin der sportliche Gedanke in Hinblick auf die Druckbetankung nach Deichkind, der Adrenalinkick über Bungee-Jumping oder heimliches Kiffen sowie der Funfaktor im Partyzelt mindestens ebenso viel zählen wie die Musik, sollte aber auch heuer kein Auge trocken bleiben. Diesmal übrigens neu: Ein „Braualtar“ für den Bund fürs Festivalleben sowie ein Mama-Ersatz namens Wäscheservice. Party hard!  

Tickets und Info: www.novarock.at 

(Wiener Zeitung, 8.6.2012)

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