Die aktuelle
Situation der Musikindustrie, die Wirtschaftskrise, vor allem aber Metallica
selbst werden von folgendem Umstand treffend beschrieben: Beängstigt vom Abwärtstrend
in der Eurozone, verlegte das hochprofitable Metal-Unternehmen aus Kalifornien
seine als ewige Melkkuh fungierenden Großkonzerte am alten Kontinent zuletzt
zeitlich vor, um die Gewinne hochhalten zu können. Nicht nur die Musik der Thrash-Metal-Pioniere
ist bisweilen hart, auch die Zeiten sind es, in denen wir leben.
Wenn die Band um Sänger James Hetfield am Sonntag
also das streng durchkommerzialisierte Nova-Rock-Festival in Nickelsdorf
beendet, ist gegen die Schwere zumindest in der Nostalgie ein Heilmittel
gefunden: Mit der Aufführung des sogenannten „Black Album“ aus 1991 wird früher
wieder einmal alles besser gewesen sein. Und das ist gut so: Würde aus der
gemeinsamen Arbeit mit Lou Reed kredenzt, wären die Pannonia Fields II bald leergefegt
– und Metallica nur um zahlreiche Rückforderungen des Eintrittsgeldes reicher.
(Wiener Zeitung, Tagesporträt, 9./10.6.2012)
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