Freitag, Juni 08, 2012

Mit der IG Metall durch harte Zeiten

Die aktuelle Situation der Musikindustrie, die Wirtschaftskrise, vor allem aber Metallica selbst werden von folgendem Umstand treffend beschrieben: Beängstigt vom Abwärtstrend in der Eurozone, verlegte das hochprofitable Metal-Unternehmen aus Kalifornien seine als ewige Melkkuh fungierenden Großkonzerte am alten Kontinent zuletzt zeitlich vor, um die Gewinne hochhalten zu können. Nicht nur die Musik der Thrash-Metal-Pioniere ist bisweilen hart, auch die Zeiten sind es, in denen wir leben.

Wenn die Band um Sänger James Hetfield am Sonntag also das streng durchkommerzialisierte Nova-Rock-Festival in Nickelsdorf beendet, ist gegen die Schwere zumindest in der Nostalgie ein Heilmittel gefunden: Mit der Aufführung des sogenannten „Black Album“ aus 1991 wird früher wieder einmal alles besser gewesen sein. Und das ist gut so: Würde aus der gemeinsamen Arbeit mit Lou Reed kredenzt, wären die Pannonia Fields II bald leergefegt – und Metallica nur um zahlreiche Rückforderungen des Eintrittsgeldes reicher. 

(Wiener Zeitung, Tagesporträt,  9./10.6.2012)

Keine Kommentare: